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Habilitation Theses:

P. Purgathofer:
"designlehren: zur gestaltung interaktiver systeme";
technische universität/fakultät für technische naturwissenschaften und informatik, 2003.



English abstract:
designlehren - zur gestaltung interaktiver systeme Abstract The book consists of three parts. The first part, titled »theory«, starts with a chapter where different theories of design are critically reviewed. A excursive discussion shows the history of the origins and failure of the concept of »design as science«, a concept that is linked to the idea that design could be systematized and taught as »design methods«. The book shows that this failiure was necessary, because the »hard« methods of science or engineering fail in design. As a consequence, the communication about design (as an activity as well as an attribute) becomes very difficult: the conventions of scientific communication will be violated since there is no common body of theory. Publications who try anyway risk being irrelevant. The second chapter discusses design models or >philosophies<. A classification into three stages or generations is introduced that discriminates the models in their respective approach as well as in their emergence over time. It shows that today the concept of design >within your head< has been replaced by the epistemologic model of »interactive cognition«, where interacting with the world (the »inquiring materials«) takes the central role in design. The second part, »projects«, is also the main part. Since design, as has been argued in the first part, cannot posess formal methods comparable to science and engineering, this second part presents six selected projects of the »uid-lab« in which the author had a leading role. Here special attention is given to the theories and terms introduced in the first part of the book. Each presentation of a project discusses the initial situation and the demands of the client, the »primary generator« concepts that influenced and led the design significantly, and the various detailled design concepts and their implementation. The descriptions are complemented with a number of illustrative screenshots and reports of experiences with each system. In the third part, titled »reflexions«, the book discusses in detail the earlier introduced notion of »design instruments« and demonstrates their practical value using projects presented in the second part. The final chapter of the book discusses the role of (user interface) design in software development. Applying the experience gained in the projects to the theories of design presented in the first part the author comes to the conclusion that the development process of usable software needs the preliminary role of an »interaction architect«. This role nececcitates not only for skills that differ substantially from today's software engineerss, thus calling for a modification of the education, but it also radically changes the approach to software development.

German abstract:
designlehren - zur gestaltung interaktiver systeme Kurzfassung Im ersten Kapitel, das den ersten Teil der Arbeit - »Theorie« - einleitet, erfolgt eine kritische Aufarbeitung unterschiedlicher Theorien des Designs. Dabei wird in einem kursorischen Aufriß die Entstehungsgeschichte und das Scheitern der Konzeptionen des »wissenschaftlichen Designs« behandelt, die mit der Vorstellung von systematisierbaren und lehrbaren »design methods« verbunden sind. Es wird gezeigt, daß dies ein notwendiges Scheitern war, weil es im Bereich des Designs keine den >harten< Wissenschaften und Ingenieursdisziplinen vergleichbare Methodik geben kann. Dadurch ergeben sich aber für »Designlehren« Schwierigkeiten der Darstellung, da sie nicht in wissenschaftlichem Gestus mit einem (formalen) Theoriegebäude überzeugen können und Publikationen, die das dennoch versuchen, praktisch weitgehend irrelevant sind. Das zweite Kapitel über Designmodelle oder Design>philosophien< teilt deren Entwicklung in drei Stadien oder Generationen, die in ihrem Ansatz wie auch in ihrer zeitlichen Abfolge unterschieden werden können. Diese Überlegungen führen in letzter Konsequenz zu einer Abkehr von der Vorstellung eines vorgängigen >Entwurfs im Kopf<, der dann materiell umgesetzt wird, hin zum epistemologischen Modell einer »interactive cognition«, bei dem der Entwurfstätigkeit und den dabei verwendeten Designinstrumenten als »inquiring material« erheblich größere Bedeutung zukommt. Da es, wie argumentiert wird, im Design keine vergleichbaren formalen Methoden geben kann besteht der (zweite) Hauptteil der Arbeit - »Projekte« - aus einer Vorstellung von ausgewählten Projekten des »uid-lab«, an denen der Autor federführend beteiligt war. Hierbei wird besonderes Gewicht auf im Theorieteil angesprochene Begrifflichkeiten gelegt. Die Präsentation ist jeweils gegliedert in eine Schilderung der Ausgangssituation mit den Anforderungen der Auftraggeber, der »primary generators«, die als Leitideen den Entwurfsprozeß maßgeblich beeinflussen, sowie der verschiedenen detaillierteren Designkonzepte und ihrer konkreten Umsetzung. Die Darstellungen werden durch Erfahrungen mit den Systemen und einer Reihe von illustrativen Screenshots abgerundet. Im dritten, mit »Reflexion« überschriebenen Abschnitt geht die Arbeit ausführlich auf die im einleitenden Theorieabschnitt diskutierten Designinstrumente ein und demonstriert deren Einsatz an den praktischen Umsetzungen der eigenen Projekte. Die Arbeit schließt mit einem Kapitel, das sich mit der Organisation von Softwareentwicklung, genauer mit dem Verhältnis von (User Interface) Design und Implementierung (von interaktiver Software) auseinandersetzt. Vermittelt durch die in den Projekten gewonnenen Erfahrungen, kommt die Arbeit zu dem Schluß, daß gut benutzbare Software die vorgelagert Gestaltung durch einen »Interaktionsarchitekten« erfordert. Dies erfordert natürlich andere Fähigkeiten als eine Ingenieur-Disziplin und somit eine veränderte Ausbildung und entsprechend ein designorientiertes Vorgehen in der Softwareentwicklung.

Created from the Publication Database of the Vienna University of Technology.