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Zeitschriftenartikel:

W. Mudrak, E. Haugeneder, H.A. Mang, W. Prochazka:
"Die Errichtung eines Rechenlaboratoriums am Institut für Festigkeitslehre der Technischen Universität Wien";
ÖIAZ - Österreichische Ingenieur- und Architektenzeitschrift, 19 (1976), S. 265 - 271.



Kurzfassung deutsch:
Nur allzu oft sucht der in der Berechnungspraxis tätige Bauingenieur vergeblich in der Fachliteratur nach analytischen Lösungen für seine Probleme. Dies darf in Anbetracht der Diskrepanz, die zwischen den einschränkenden Voraussetzungen für die analytische Behandlung vieler Probleme des Bauwesens und der baupraktischen Wirklichkeit besteht, nicht verwundern. Letztere äußert sich beispielsweise in der komplizierten Gestalt einzelner Tragglieder vieler moderener Baukonstruktionen, in komplizierten Belastungsfällen und Randbedingungen, in nichtlinearem und zeitabhängigem Materialverhalten sowie im Auftreten großer Verformungen. Will man der baupraktischen Wirklichkeit einigermaßen Rechnung tragen, so empfiehlt es sich in vielen Fällen, numerische Verfahren - wie etwa die Methode der Finiten Elemente - zur Lösung der anstehenden Probleme heranzuziehen. Die stürmische Entwicklung auf dem Gebiet der elektronischen Datenverarbeitung begünstigte den Durchbruch dieser computerorientierten numerischen Methode und führte überdies zur computergerechten Adaptierung älterer numerischer Verfahren, wie etwa der Differenzenmethode.

Die erwähnten Problemstellungen unterstreichen, daß die Zielsetzung des Institutes für Festigkeitslehre der Technischen Universität Wien, die Weiterentwicklung von Verfahren zur Berechnung von Baukonstruktionen unter Verwendung numerischer Methoden, nur mit geeigneten Hilfsmitteln der Datenverarbeitung verwirklicht werden kann. Mit der im Jahre 1974 erfolgten Inbetriebnahme der neuen Großrechenanlage CDC Cyber 74 an der Technischen Universität Wien wurde die Grundvoraussetzung für die Errichtung eines Rechenlabors am genannten Institut geschaffen. Dieses Rechenlabor sollte die anfallenden Programmierarbeiten erleichtern, die automatische zeichnerische Darstellung von Rechenergebnissen ermöglichen und die Forschungstätigkeit durch geeignete Programmsysteme unterstützen. Dieser Plan wurde im Laufe der beiden letzten Jahre Schritt für Schritt verwirklicht.

Gegenstand der Darlegungen sind die Beschreibung des Rechenlabors, die bei seiner Errichtung aufgetretenen Gesichtspunkte und Probleme und die Erläuterung seiner Einsatzmöglichkeiten an Hand zweier Beispiele.


Erstellt aus der Publikationsdatenbank der Technischen Universitšt Wien.