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Zeitschriftenartikel:

M. Wistuba, J. Litzka, R. Blab:
"Klimakenngrößen für den Straßenoberbau in Österreich";
Straßenforschung, Schriftenreihe des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT), 507 (2001), S. 1 - 149.



Kurzfassung deutsch:
Die Forschungsarbeit dient einer ersten Abschätzung der für das Straßenbauwesen relevanten Klimaeinwirkungen in Österreich. Zu diesem Zweck werden straßenbauspezifische Klimakenngrößen formuliert und für das österreichische Bundesstraßennetz ausgewertet.
Neben den Beanspruchungen der Straße durch den Verkehr beeinflusst auch das Klima die Eigenschaften und das Verhalten einer Straßenbefestigung hinsichtlich Standfestigkeit und Dauerhaftigkeit. Die vorliegende Forschungsarbeit zeigt auf, welche Kli-maeinflüsse den Straßenoberbau nachhaltig beeinträchtigen können und daher aus der Sicht des Straßenbauingenieurs wesentlich sind. Dies sind in erster Hinsicht die Einwirkungen aus extremen Temperaturen, Frost und Wasser. Um das Ausmaß dieser Einwirkungen im langjährigen Mittel quantitativ für die österreichischen Klimaregionen abschätzen zu können, werden für diese Klimaparameter Kenngrößen formuliert und auf der Grundlage meteorologischer Beobachtungsdaten für das österreichische Bundesstraßennetz ausgewertet. Mittels Klimakarten und -tabellen wird für jeden Straßenabschnitt die Maximal- und Minimaltemperatur, der Frostindex in Grad Celsius-Tagen, der Frostindex in Kelvin-Stunden, die Jahresniederschlagssumme und der k-Index (Feuchtigkeitsindex) angegeben.
Damit stehen erstmals Zahlenwerte zur Verfügung, die das Makroklima des ös-terreichischen Bundesstraßennetzes im langjährigen Mittel beschreiben.
Die abschnittsweise vorliegenden Klimainformationen sind für die Implementierung in die österreichische Straßendatenbank aufbereitet und dienen hinkünftig als wesentliche Grundlage in einem modernen Straßenmanagement (pavement management). Eine Überlagerung der Zustandsdaten des österreichischen Bundesstraßennetzes mit den Klimadaten erlaubt Rückschlüsse auf mögliche Ursachen der Zustandsverschlechterung. Solche Erkenntnisse bringen einerseits wertvolle Informationen für die Baustoff- und Bauverfahrensentwicklung und dienen andererseits dazu, bestehende empirische Verhaltensmodelle des Straßenzustandes zu verbessern.
Neben dem Einsatzgebiet der systematischen Straßenerhaltungsplanung finden die im Rahmen dieses Forschungsprojektes erzielten Ergebnisse hinkünftig auch als Entscheidungsgrundlage für die Baustoffauswahl und die Optimierung der Mischgutzusammensetzung (mix design) Anwendung. Darüber hinaus sind die gewonnenen Klimainformationen wesentliche Eingangsparameter für die Oberbaudimensionierung im Neubau- und Verstärkungsfall (pavement design).

Erstellt aus der Publikationsdatenbank der Technischen Universitšt Wien.