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Zeitschriftenartikel:

W. Proksch:
"Rezension von: Michael Latzer, Natascha Just, Florian Saurwein, Peter Slominski, Selbst- und Ko-Regulierung im Mediamatiksektor, Alternative Regulierungsformen zwischen Staat und Markt";
Wirtschaft und Gesellschaft (eingeladen), 1/2004 (2004), Heft 1; S. 148 - 155.



Kurzfassung deutsch:
Buchrezension: Michael Latzer, Natascha Just, Florian Saurwein, Peter Slominski, Selbst- und Ko-Regulierung im Mediamatiksektor. Alternative Regulierungsformen zwischen Staat und Markt, Westdeutscher Verlag, ISBN 3-531-138882-0, Wiesbaden, 1. Auflage November 2002, 225 Seiten,


Zwischen staatlicher Regulierung einerseits und freiem, nicht-reguliertem Marktverhalten andererseits liegen jene vielfältigen und bislang unterschiedlichst definierten Formen der Selbst- und Ko-Regulierung, welche den Untersuchungsgegenstand des von der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien in Auftrag gegebenen Forschungsprojekts bilden. Die an der Forschungsstelle für institutionellen Wandel und europäische Integration an der Akademie der Wissenschaften tätigen AutorInnen Michael Latzer / Natascha Just / Florian Saurwein / Peter Slominski fokussieren ihre umfassende empirische und analytische Studie auf die zunehmend an Bedeutung gewinnenden alternativen Regulierungsformen sowie die veränderte Rolle des Staates im konvergenten Kommunikationssektor (Mediamatik); dabei wird im Wesentlichen der Frage nachgegangen, inwieweit und mit welchen Konsequenzen die Verfolgung öffentlicher Interessen privaten Akteuren überantwortet wird bzw werden kann. Neben einer institutionalistischen Analyse und Klassifikation von Regulierungsformen bietet das Buch - soweit aus der einschlägigen Literatur ersichtlich - die erste sektorunabhängige Evaluierung von Vorteilen, Risiken und Erfolgsfaktoren beim Einsatz alternativer Regulierungsformen sowie Kriterien für politische Entscheidungsfindung im Hinblick auf die Wahl von Regulierungsformen. Dies wird durch empirische Ergebnisse zu Entwicklungsmustern, Wirkungsbereichen, Steuerungszielen und Funktionsweisen alternativer Regulierung abgerundet: Einerseits wird das Regulierungsnetzwerk im österreichischen Mediamatiksektor dargestellt, anderseits werden auch ausgewählte Anwendungsbeispiele aus anderen Ländern sowie die Strategieentwicklung auf Ebene der Europäischen Union analysiert. Die Studie ist neben einer Einleitung in drei Abschnitte, ein abschließendes Resümee samt Schlussfolgerungen sowie einen die Regulierungsinstitutionen im Detail darstellenden Anhang gegliedert, wobei sich die vorliegenden Rezension auf die analytischen Teile des Werkes konzentriert.Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass die vorliegende Studie die Phänomene der Selbst- und Ko-Regulierung auf theoretischer Ebene erstmals umfassend abhandelt, während auf empirischer Ebene insb der österreichischen Mediamatiksektor erstmals abschließend erfasst wird. Wie bereits betont erscheinen das von den AutorInnen erarbeitete Klassifikationsschema als regulierungstheoretisches und institutionalistisches Analyseinstrumentarium, die Evaluierung von Vor- und Nachteilen und die in diesem Zusammenhang genannten Erfolgskriterien grundsätzlich sektorunabhängig. Der gewählte allgemeine Maßstab des Intensitätsgrades staatlicher Involvierung ist jedenfalls auf andere Regulierungsbereiche übertragbar. Dies hebt die Studie neben ihrer wissenschaftlichen Präzision und ihrem multidisziplinären Ansatz von anderen einschlägigen Untersuchungen ab. Das beschriebene Buch eignet sich damit ebenso als Grundlage weiterer (zB länder- bzw systemvergleichender) Studien wie als Entscheidungswegweiser bei der Wahl von Regulierungsformen in der politischen Praxis.

Erstellt aus der Publikationsdatenbank der Technischen Universitšt Wien.