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Vorträge und Posterpräsentationen (ohne Tagungsband-Eintrag):

M. Breiling:
"Schnee, Skisport und Wintertourismus: Möglichkeiten und Einschränkungen zur Anpassung an eine wärmere Umwelt";
Vortrag: Tagung: Klimawandel in der alpinen Wintersportregion Südtirol, Bozen (eingeladen); 25.09.2007 - 26.09.2007.



Kurzfassung deutsch:
Es stellt sich die Frage, wie Skiregionen mit weniger natürlichem Schnee, umweltgerecht und abgestimmt auf die touristische Nachfrage, Kunstschnee erzeugen können. Wie sollen sich abhängige Wintersportregionen ein Wetter mit zwei oder drei Grad Erwärmung vorstellen und welche natürlichen und technischen Möglichkeiten sind in Sicht auch unter diesen erschwerten Bedingungen schneebasierten Wintersport anzubieten.
Schneeforschung ist eine relativ alte Domäne, die in vielen Bereichen, Klimatologie, Geographie, Hydrologie, der Land- und Forstwirtschaft und in jüngerer Zeit zunehmend im Tourismus beheimatet ist. Im Vergleich zu anderen Wissenschaften ist das Potential dieser Forschung trotz der heute vorhandenen technischen Möglichkeiten aber kaum ausgenützt. Die Gründe sind vielfältig und liegen zum einem in der Messung und Wahrnehmung von Schnee und des bis vor kurzem noch wenig erkannten ökonomischen Potentials von Schnee.
Schnee ist eine komplexe Materie. Schnee wird relativ einfach als Schneehöhe, Schnee-wasser-äquivalent oder als Schneedichte gemessen. Die Fein- und Ultrastrukturen von Schnee und der daraus resultierende Wärmehaushalt sind erst in Erforschung. Eine bessere Kenntnis der Schneestruktur würde die möglichen Anwendungen von Schnee erweitern. Wir können davon ausgehen, daß in den nächsten zehn Jahren bedeutende Fortschritte gemacht werden und Schnee als Werk- und Baustoff wesentlich wichtiger wird.
Erst die zunehmende Erwärmung in vielen wirtschaftlich von Schnee abhängigen Regionen hat hier das allgemeine Bewußtsein geschärft. Die Herstellung von Kunstschnee kann je nach Region unterschiedlich mehrere Euro pro Kubikmeter betragen. Die hohen finanziellen Kosten gepaart mit einem entsprechendem Wasser- und Energieverbrauch lassen die Anpassung nicht in allen Regionen zu. Um über Jahrzehnte gewachsene Strukturen beizubehalten, müssen sowohl Kosten als auch Ressourcenverbrauch der Kunstschneeerzeugung drastisch reduziert werden.
Neue Methoden der Kunstschneeerzeugung sind in Sicht, werden außerhalb der EU praktiziert und sind eventuell umweltbelastend. Genannt seinen hierbei die Möglichkeiten, Schnee mit kälteresistenten Mikroorganismen zu versetzen und den Taupunkt zu erhöhen oder Wolken durch den Einsatz bestimmter Reagenzien zum Schneien zu bringen. Dieses „cloud seeding“ könnte unter Kenntnis der natürlichen Windzirkulationen benutzt werden, ist aber rechtlich problematisch, da Schnee umgeleitet und nicht prinzipiell vermehrt wird.

Schlagworte:
Schnee, Anpassung an Klimawandel


Elektronische Version der Publikation:
http://publik.tuwien.ac.at/files/pub-ar_9091.pdf


Erstellt aus der Publikationsdatenbank der Technischen Universitšt Wien.