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Vorträge und Posterpräsentationen (mit Tagungsband-Eintrag):

M. Werderitsch, N. Kreuzinger:
"Oxidationsverfahren in der Trinkwasseraufbereitung";
Vortrag: ÖWAV-Seminar "Neue Herausforderungen an die Wassergütewirtschaft", Wien; 18.03.2009 - 19.03.2009; in: "Wiener Mitteilungen, Band 212", (2009), ISBN: 978-3-85234-104-0; S. 231 - 238.



Kurzfassung deutsch:
Oxidationsverfahren zählen zu den klassischen Verfahren in der
Wasseraufbereitung. Vorrangig wird dabei die Belüftung mit Luft oder
Reinsauerstoff zur Oxidation von gelöstem Eisen und Mangan eingesetzt.
Weiters kann eine Oxidation mittels Luft oder Sauerstoff zur Oxidation von Ammonium oder anderen Verbindungen erfolgen. Diese Oxidationsverfahren werden vielfach angewendet und sind von den Möglichkeiten zur Aufbereitung nicht wegzudenken.
Die Oxidation mit Ozon ist ebenfalls ein bereits seit Jahren angewendetes Verfahren in der Trinkwasseraufbereitung. Im Wesentlichen wird Ozon in der Oberflächenwasseraufbereitung zur Oxidation organischer Substanz, zumeist Huminstoffe, eingesetzt. Dabei werden die Huminstoffe nicht zur Gänze oxidiert
sondern in ihrer Molekulargewichtsverteilung wesentlich verändert, sodass die organischen Substanzen dadurch wesentlich besser biologisch verfügbar werden.
In der Regel muss daher nach einer Ozon-Oxidation eine biologisch arbeitende Filtrationsstufe, zum Beispiel ein biologisch arbeitender Aktivkohlefilter, geschaltet werden. Aus den oben angeführten Gründen ist auch erklärbar, warum Ozon zwar grundsätzlich als Desinfektionsverfahren zugelassen ist, allerdings aufgrund der Wechselwirkung von Ozon mit den organischen Substanzen des Wassers, Verkeimungen im Netz nicht ausgeschlossen werden können.
232 Neue Herausforderungen an die Wassergütewirtschaft ÖWAV Seminar März 2009, TU-Wien Chlorgas oder andere Chlorverbindungen können grundsätzlich auch zur Oxidation eingesetzt werden. Aufgrund der Wechselwirkung mit organischen Verbindungen führt dies allerdings häufig zur Bildung von chlororganischen Verbindungen, wie zum Beispiel gesundheitsschädlichen Trihalogenmethanen.
Daher werden seit einigen Jahren Chlor- oder Chlorverbindungen nicht mehr zur Oxidation eingesetzt.

Erstellt aus der Publikationsdatenbank der Technischen Universitšt Wien.