[Zurück]


Dissertationen (eigene und begutachtete):

N. Trolf:
"Grün als Martkwert - der Einfluss der Grün- und Freiflächen auf die Preisbildung am Grundstücksmarkt am Beispiel Wien";
Betreuer/in(nen), Begutachter/in(nen): R. Stiles, W. Feilmayr; Institut für Städtebau, Landschaftsarchitektur und Entwerfen, FB Landschaftsplanung, 2009; Rigorosum: 16.07.2009.



Kurzfassung deutsch:
Die Lebensqualität in unseren Städten hängt ganz wesentlich von den Umweltbedingungen ab, die unser Arbeits- und Wohnumfeld bestimmen. Einen unerlässlichen Teil bilden die städtischen Grün- und Freiflächen, deren Bedeutung zwar kaum in Frage gestellt wird, denen jedoch in der realen Planungspraxis zwischen den städtebaulichen, infrastrukturellen und ökonomischen Anforderungen nicht jene Wertschätzung entgegengebracht wird, die sich auch in der Diskussion um die Lebensqualität urbaner Räume manifestiert. In der vorliegenden Arbeit werden unterschiedliche Zugänge und Methoden der Bewertung städtischer Grün- und Freiräume analysiert und diskutiert. Besondere Bedeutung kommt der ökonomischen Bewertung städtischer Freiräume zu. Aus Sicht der Freiraum- und Landschaftsplanung verbirgt sich hier der Wunsch, "weiche" Standortfaktoren in harte Fakten umzuwandeln, um so der städtischen Freiraumgestaltung argumentativ mehr Gewicht zu verleihen.
Dem theoretischen Teil, der die Bewertung städtischer Grün- und Freiflächen sowohl aus Sicht der Freiraumforschung (Top Down) als auch aus Sicht der Freiraumnutzer analysiert (Bottom up), folgt der empirische Teil der Arbeit. Aufbauend auf den Daten des Biotopmonitorings und der Wiener- Kaufpreissammlung wird die Zahlungsbereitschaft für städtische Grünflächen am Wiener Bodenmarkt berechnet. Die Arbeit bedient sich des Modells der hedonischen Preise, das eine Beziehung zwischen dem Grundstückspreis und den städtischen Grün- und Freiräumen unterstellt.
Die Schätzung zeigt sowohl für ganz Wien als auch für unterschiedliche Teilmärkte den positiven Einfluss aller Freiräume, die vorwiegend der Freizeit- und Erholungsnutzung dienen. Auch kann in der Studie die positive Wirkung struktureller Grünelemente bestätigt werden. Die Schätzung der Wirkungsradien der Grün- und Freiräume im Untersuchungsgebiet überschreitet deutlich die gängigen Richtwerte zur Erreichbarkeit städtischer Grünflächen. Die Aussagekraft der Modelle hängt ganz wesentlich von der Qualität der Datengrundlage ab, auf die sich die Berechnung stützt. Das hedonische Modell ist eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Bewertungsverfahren, vor allem in Hinblick auf einen umfassenden Bewertungsansatz, der verschiedene Aspekte der Freiraumbewertung zu berücksichtigen versucht. Das Modell kann aber andere Methoden der empirischen Freiraumbewertung nicht ersetzen.

Kurzfassung englisch:
The quality of life in cities depends largely upon the environmental quality that defines our living and working conditions. The benefits of urban green are widely accepted. However in daily practice landscape planning is still in a weak position. Urban design, infrastructural and economic issues tend to outweigh arguments of landscape planners despite the ongoing discussion on the positive effects of urban green space. This study analyses and reviews different approaches of valuing the impact of open space in the urban environment. In recent years various ways of estimating the amenity of urban parks and public open spaces in terms of economic values have emerged. These approaches confirm the demand for urban green space and help to strengthen the position of green planning by turning soft local arguments into hard ones.
Urban green space quality aspects are analyzed from a theoretical point of view (top down), but they are also discussed from the users perspective (bottom up). After studying theoretical and empirical aspects of open space evaluation, an economic study is presented with data from the City of Vienna, Austria. A hedonic model is conducted to estimate the willingness to pay for green and open space quality. The hedonic model defines the relationship between residential real estate prices and the urban green space. The data includes detailed information of the citys green structure. A second source odf data used in this study is the real estate transaction database, managed by the city administration of Vienna.
The results of demand estimations show significant positive influence on the residetilan property prices for the city and for its sub-markets, especially for open spaces providing leisure and recreation activities. The model confirms also the demand for structural green elements in the immediate resitential neighborhood. The radial influence of urban green is much wider than expected. The measured distances clerly exceed the present guideline values of accessibility clearly.
The results of a Hedonic Model is closely related to the quality of the data. Though the economic valuation of urban green space cannot replace other approaches of urban green valuation, it is an important way of supplementing other methods of empirical research in open space and landscape planning.

Schlagworte:
Freiraumplanung, hedonisches Modell, Freiraumbewertung

Erstellt aus der Publikationsdatenbank der Technischen Universitšt Wien.