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Vorträge und Posterpräsentationen (mit Tagungsband-Eintrag):

D. Adam:
"Der Unterbau als Basis für eine lange Lebensdauer - Trends und Entwicklungen";
Vortrag: VÖZ - Forschung und Entwicklung für Zement und Beton, wien (eingeladen); 25.09.2012; in: "Österreichischer Betonstraßentag 2012", (2012).



Kurzfassung deutsch:
Im Bereich der Erdarbeiten für den Unterbau von Verkehrswegen, insbesondere im Zusammenhang mit maschinellen Entwicklungen und modernen Prüfsystemen, hat in den letzten beiden Jahrzehnten eine Revolution stattgefunden, die den Erdbau zu einem modernen "Hightech"-Sektor werden ließ. Im Jahre 1979 wurde in Österreich mit der "alten" RVS 8.24 quasi ein "Handbuch" über die Grundregeln des Erdbaus geschrieben, das damals auf Basis der neuesten Erkenntnisse einen sehr praxisorientierten Zugang zu der äußerst komplexen Materie des Erdbaus erschloss und drei Jahrzehnte den Erdbau im Straßenbau prägte. Zwischenzeitlich kristallisierten sich jedoch durch die Weiterentwicklung der Elektronik und der Messtechnik neue damals ungeahnte Möglichkeiten, insbesondere im Zusammenhang mit modernen Prüfmethoden heraus, die eine Anpassung der alten Richtlinie an den Stand der Technik nicht nur sinnvoll, sondern notwendig machten. Auslöser für die Überarbeitung war schließlich der lang gehegte Wunsch, die erdbaulichen Maßnahmen für Verkehrswege, d.h. für Straßen und Eisenbahnen, zu vereinheitlichen. Auf Initiative der ÖBB und der FSV wurden in vorbildlicher Weise sowohl die bisherigen Regelungen für Straßen und Eisenbahnen überarbeitet als auch Erfahrungen und neue Entwicklungen in die "neue" RVS 08.03.01 einbezogen.
Der Unterbau von Verkehrswegen ist unabhängig davon, ob es sich um Straßen oder Eisenbahnen handelt, vergleichbar, da die an ein Erdbauwerk gestellten Anforderungen grundsätzlich ähnlich sind. Während der Oberbau naturgemäß gänzlich anders aufgebaut ist und die Lasten von Kraftfahrzeugen und Zügen nicht nur der Größe sondern auch der Übertragung nach unterschiedlich sind, hat ein Erdbauwerk in erster Linie topographische Unebenheiten auszugleichen und die Lasten tragfähig bzw. standsicher sowie verformungsarm und dauerhaft in den Untergrund abzuleiten. Es ist daher der gesamte Erdkörper ganzheitlich zu betrachten, von unten beginnend mit dem Untergrund, der womöglich verbessert werden muss, die Dammaufstandsfläche und den Damm bis zum Unterbauplanum sowie Einschnittsbereiche.
Die Herstellung von standsicheren und setzungsarmen Erdbauwerken ist das fundamentale Ziel, womit sowohl die Baustoffe zu definieren sind als auch die Anforderungen an die Verdichtungs- und Tragfähigkeitseigenschaften. In Bezug auf die verwendbaren Materialien sind Recyclingbaustoffe zu berücksichtigen, womit insbesondere natürliche Ressourcen geschont und wieder verwendbare, aufbereitete Baustoffe für Erdbauwerke eingesetzt werden können.
Besonderes Augenmerk ist auf die Prüfungen zu legen. Innovative Prüfverfahren bilden bereits heute die Grundlage für moderne Qualitätsmanagementsysteme. Für die Erdbauwerke sind Mindestanforderungen an die Verdichtung zu regeln, wobei für die indirekte Überprüfung der ordnungsgemäßen Verdichtung vorrangig der dynamische Lastplattenversuch mit dem Leichten Fallgewichtsgerät und die walzenintegrierte Flächendeckende Dynamische Verdichtungskontrolle (FDVK) zum Einsatz kommen sollen. Mit Hilfe des Leichten Fallgewichtsgerätes und der FDVK können nicht nur deutlich mehr Versuche in wesentlich kürzerer Zeit ausgeführt werden, sondern es ist damit auch erstmals eine praktisch durchgehende Überprüfung der Gleichmäßigkeit sowie des Verdichtungspotenzials der Erdbaustoffe möglich.

Erstellt aus der Publikationsdatenbank der Technischen Universitšt Wien.