[Zurück]


Zeitschriftenartikel:

M. Hoffmann, K. Haselbauer, A. Haberl, R. Blab:
"Kommunales Erhaltungsmanagement";
GESTRATA Journal, 138 (2013), 138; S. 16 - 25.



Kurzfassung deutsch:
Die gut ausgebauten österreichischen Gemeindestraßen weisen eine Länge von ca. 75.000 km auf und verteilen sich auf derzeit 2.354 Gemeinden. Diese überwiegend asphaltierten Straßen haben ein mittleres Alter des Oberbaus von 40 bis 50 Jahren mit entsprechenden alters- und belastungsbedingten Schäden. Für Kommunen mit ihrem engen Budgetrahmen ergeben sich daraus erhebliche Herausforderungen, die in Gebieten mit Abwanderungstendenzen durch den Wegfall von Ertragsanteilen noch verschärft werden.
Unter diesen Randbedingungen stellt sich naturgemäß die Frage inwieweit zusätzliche Ausgaben für ein systematisches Erhaltungsmanagement (EMS) über den daraus entstehenden Nutzen rechtfertigbar sind. Zudem hat die Mehrzahl der Kommunen die Erhaltungsaufgaben auf ihren vergleichsweise kurzen Netzen bisher meist selbst bewältigt. Um jedoch in Zeiten knapper Budgets bei gleichzeitig steigendem Erhaltungsbedarf einen effizienten Mitteleinsatz sicherstellen zu können, ist eine systematische Vorgehensweise unerlässlich. Sollen zudem Rechtsfolgen aufgrund eines ungenügenden Straßenzustands vermieden und die richtige Maßnahme zur richtigen Zeit gesetzt werden, so sind mit einem Erhaltungsmanagementsystem in der Regel signifikante Einsparungen erzielbar. Werden die Ressourcen im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit gebündelt, lassen sich zusätzliche Effizienzgewinne aufgrund von Größen- und Qualitätsvorteilen realisieren.
Der Artikel gibt einen Überblick über die wesentlichen Bausteine und Abläufe eines solchen kommunalen Erhaltungsmanagementsystems. Anhand konkreter Beispiele werden die einzelnen Schritte von der Zustandserfassung und Auswertung, Maßnahmenplanung und Ermittlung des Finanzbedarfes bis hin zu Kontrolle und Abrechnung vorgestellt. Wird für die genannten Aufgaben das vorgestellte Erhaltungsmanagementtool eingesetzt, können darüber hinaus in kurzer Zeit ansprechende Ergebnisse mit erheblich geringerem Aufwand als bisher erzielt werden.

Schlagworte:
Erhaltungsmanagement, kommunale Straßen, Lebenszykluskosten, Instandsetzung

Erstellt aus der Publikationsdatenbank der Technischen Universitšt Wien.