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Vorträge und Posterpräsentationen (mit Tagungsband-Eintrag):

S. Emrich, D. Wiegand:
"Interdisziplinäre Forschung zur Energieoptimierung in Fertigungsbetrieben (INFO)";
Vortrag: Wissenschaftstag der Fakultät für Raumplanung und Architektur, TU Wien, Wien; 07.11.2012; in: "Mehr-Wert Architektur & Raumplanung", (2012), S. 74 - 75.



Kurzfassung deutsch:
Kein privatwirtschaftliches Unternehmen kann es sich unter marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen leisten unternehmerische Entscheidungen zu treffen, die die strategischen Wettbewerbsvorteile oder die Gewinnerwartungen wesentlich negativ beeinflussen. Innerhalb dieser Grenzen der "corporate social responsability" (CSR) verbessert das Projekt INFO in Form von Methoden und Werkzeugen die Basis für bewusste Investitionsentscheidungen von Unternehmen/Bauherren im Anwendungs- bereich der "spanenden Industrie".
Bewusste Investitionsentscheidungen in diesem Kontext sind dann möglich, wenn systematisch alternative Investitionsmöglichkeiten entwickelt und z.B. hinsichtlich der Auswirkungen auf das Unternehmensergebnis und produktionsbedingte CO2 Emissionen bewertet werden können. Alternative Investitionsmöglichkeiten beziehen sich ganz im Sinne des Programms "Neue Energie 2020' der FFG u.a. auf den Einsatz oder den Nicht-Einsatz von Technologie zur Wandlung erneuerbarer Energie. Mit Respekt zu den Erkenntnissen der Systemtheorie und der systemischen Managementlehre wird bei de' Entwicklung und Bewertung von Investitionsalternativen die isolierte (dem Kontext entzogene) Betrachtung einzelner Komponenten und Aspekte der Produktionsinfrastruktur durch eine ganzheitliche systemische Sichtweise ersetzt. D.h.: Gebäude, Maschinen und die technische Gebäudeausstattung werden im Zusammenspiel betrachtet, mit all den Risiken und Folgen dieses Vorgehen birgt. Die Stiftungsprofessur bringt in das Projekt für den Anwendungs- fall weiterentwickelte Lifecycle Cost-Benefit Analysen ein, die am Ende der Laufzeit der Simulation des Gesamtsystems das Entscheidungskriterium tut die Geschäftsleitung bilden. Die Professur erarbeitet zudem sinnvolle Einbindungen in die Geschäftsprozesse. Als Methode und Werkzeug wird den Betrieben die Bewertung von Projektalternativen unter betriebswirtschaftlichen Aspekten (Einfluss auf das Betriebsergebnis) und gesellschaftlichen Aspekten (Einsparungen von CO2 Emissionen) ermöglicht. Die ganzheitliche Modellbildung und die Umsetzung der Modelle in simulationsfähige Modelle sind allein betrachtet schon zentrale Herausforderung des Vorhabens. Beim Tausch einzelner Elemente (Maschinen, TGA etc.) eines bestehenden Produktionsbetriebs bleibt zumindest die Zahl der Variablen und damit der Suchraum der möglichen Lösungen überschaubar.
Bei Neubauvorhaben explodiert dieser Suchraum der möglichen Lösungen und lässt sich auch mit der Rechenleistung aller weltweit verfügbaren Computer nicht mehr vollständig durchsuchen. Die Stiftungsprofessur hat in INFO für diesen Fall Methoden zur Schrittweisen Identifikation sinnvoller Suchrichtungen entwickelt, sogenannte Metaheuristiken.
Es wird vorgeschlagen ein stark abstrahiertes Gesamtmodell zu entwickeln, welches nur die wesentlichsten Einflussfaktoren, nicht einmal alle Komponenten, berücksichtigt. Dieses vereinfachte Meta-Modell hilft Wirkungszusammenhänge zu erkennen und potenziell fruchtbare Suchrichtungen bzw.-strategien zu identifizieren, welche danach mithilfe von detailreichen Teilmodellen genau analysiert und ausgewertet werden. Dadurch kann ein induktiver Prozess angestoßen werden, mittels welchem gute Lösungen (wenn auch nicht das absolute Optimum) ermittelt werden können.
INFO ist schlussendlich auch ein Projekt, in dem Institute verschiedener Fakultäten gemeinsame Sichtweisen und Begrifflichkeiten entwickeln und interdisziplinäre Prozesse der Problemlösung erproben.

Schlagworte:
Erneuerbare energie, integrierte Planung, spannende Industrie, Lifecycle Cost-Benefit Analysis


Elektronische Version der Publikation:
http://publik.tuwien.ac.at/files/PubDat_222818.pdf


Erstellt aus der Publikationsdatenbank der Technischen Universitšt Wien.