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Zeitschriftenartikel:

G. Gutheil-Knopp-Kirchwald:
"Rezension zu Wippel, Jörg : Wohnbaukultur in Österreich. Geschichte und Perspektiven.";
Architektur & Bauforum, 1 (2015), 1.



Kurzfassung deutsch:
Wohnbau in Österreich wird mit reicher Erfahrung, zunehmend aber auch mit Reformstau assoziiert. Inspiriert von den Alpbacher Baukulturgesprächen, zeigt der Sammelband "Wohnbaukultur in Österreich - Geschichte und Perspektiven" (Hg. J. Wippel) in 22 Artikeln auf, dass ein Neu-Denken der Wohnungspolitik notwendig und möglich ist. Interdisziplinär (Architektur, Raumplanung, Ökonomie, Recht, Demografie, Soziologie) und institutionell breit gefächert, evtl. mit leichter Unterrepräsentanz der Gemeinnützigen, werden Konflikte auf den Punkt gebracht: Leistbarkeit vs. Regulierung, Kreativität vs. Normenwesen, Siedlungs- vs. Objektoptimierung. Neben Kritik kommen Vorzeigebeispiele nicht zu kurz, etwa partizipative Wohnprojekte von 1970 bis heute. Manche Zukunftsideen spiegeln einen Minimalkonsens wider (Mietrechtsreform), manche sind visionär (neue Bodenpolitik, zentralisierte Raumordnung), alle aber bezeugen Gestaltungswillen. Der Band schließt mit Beiträgen über das Innovationslabor Re:think|Wohn.Bau.Politik und über Wohnbedürfnisse. Bleibt zu hoffen, dass die Frage, wohin es eigentlich gehen soll, in Zukunft schon am Anfang steht. In diesem Sinn ist das Buch ein Plädoyer für Mut zum Experiment und für eine neubelebte Wohnbauforschung.

Erstellt aus der Publikationsdatenbank der Technischen Universitšt Wien.