[Zurück]


Zeitschriftenartikel:

G. Hochreiner, G. Styhler-Aydin, G. Eßer:
"Neue Methoden des Ingenieur-Holzbaues im Kontext historischer Holzkonstruktionen";
ÖIAZ - Österreichische Ingenieur- und Architektenzeitschrift, 162 (2017), S. 83 - 92.



Kurzfassung deutsch:
Die historischen Dachtragwerke der Hofburg in Wien werden seit 2011 durch Experten und Studierende der Technischen Universität Wien systematisch erforscht und sowohl architektonische wie bauhistorische Befundungsergebnisse im Rahmen einer umfangreichen Dokumentation zusammengeführt. Nach einer anfänglichen, am Erscheinungsbild der Dachwerke orientierten, Abschätzung des Tragverhaltens (Art des Trag-werks, Art und Zustand der Verbindungen, Zustand der Hölzer etc.), wurde in der Folge zusätzlich die Analyse durch eine fundierte baustatische Bewertung integriert. Auch wenn in der Vergangenheit die Konzeption von Tragstrukturen aus Holz vornehmlich auf Tradition und Erfahrung begründet war, stehen heute für die Bemessung leistungsfähige Werkzeuge in Form von Statiksoftware zur Verfügung. Diese Werkzeuge sind einerseits nötig, um Unzulänglichkeiten in aktuellen Holzbau-Bemessungsnormen zu überbrücken, andererseits kann die geometrische Komplexität und statische Unbestimmtheit histo-rischer wie moderner Tragsysteme nur durch den Einsatz moderner Statiksoftware effizient und zuverlässig bewältigt werden. Die Abschätzung möglicher und realitätsnaher Verteilungen von Schnittgrößen ist dabei allerdings nur durch Parameterstudien mit Variation vornehmlich der Steifigkeit von Verbindungsmitteln durchführbar. Wertvolle Erkenntnisse für eine Riskobewertung der Tragkonstruktion können aus der nummerischen Realisierung von Worst-Case-Szenarien gewonnen werden.

Kurzfassung englisch:
The historic roof structures of the Vienna Imperial Palace, the Hofburg, have been the subject of a systematic documentation by experts and students of the Vienna University of Technology since 2011. The geometrical and historical findings have been compiled into an extensive documentation. In the first stage of the project, the structural assessment was estimated only based on optical issues like the type of the structure respective connections or the integrity of the timber beams. Later on, such assessments were backed up by comprehensive structural modeling. In the past, the design of timber structures was mainly driven by tradition and experience. Nevertheless, the approach today is supported by the availability of powerful engineering software tools. On the one hand, these tools are necessary to overcome shortcomings in current timber design codes by extensive numerical modeling, and on the other hand, the geometrical complexity and superposition of statically undetermined subsystems can only be assessed efficiently using modern engineering software. Parameter studies including the variation of joint stiffness permit estimation of the domain of possible and realistic distributions of internal forces. Numerical realizations of worst-case scenarios provide valuable data for a risk-based assessment.

Schlagworte:
Ingenieurholzbau, Baustatische Modellbildung, Parameterstudie, Historische Holztragwerke

Erstellt aus der Publikationsdatenbank der Technischen Universitšt Wien.