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Talks and Poster Presentations (without Proceedings-Entry):

L. Franta, N. Haufe:
"Co-creation in der Stadtplanung. Partizipation & Solidarität 2.0? Erfahrungen aus dem Horizon 2020-Projekt SUNRISE";
Talk: SOZNET-AK* Veranstaltung - Quo Vadis Partizipation und Solidarität?, Wien (invited); 10-07-2019.



German abstract:
Die wachsenden ökonomischen, sozialen und ökologischen Herausforderungen von Städten, wie Urbanisierung, zunehmende Diversität, steigende Dispersitäten und soziale Ungleichheiten sowie anwachsende Auswirkungen des Klimawandels, ergeben eine Fülle von neuen Entwicklungs- und Transformationsprozessen sowie neue statdtplanerische Agenden auch in Bezug auf Partizipation und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Co-creation, ein partizipativer Prozess bei dem heterogene AkteurInnen kollaborativ Zusammenwirken um neue Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln, ist hierbei ein viel diskutiertes Konzept in der Stadtplanung und Stadtentwicklung, auch um nachhaltige Veränderungen auf Quartiersebene zu gestalten.
Im Horizon 2020 - Projekt SUNRISE (Laufzeit 2017-2021) ist Co-creation das Schlüsselkonzept für die Entwicklung, Umsetzung und Bewertung von nachhaltigen Mobilitätslösungen auf der Stadtteilebene. Mittels Co-creation soll in SUNRISE dabei neuer Wege der Entwicklung und Integration nachhaltiger Mobilität im Quartier sowie das gegenseitige Lernen und die Bildung ermöglicht werden. Co-creation kann dabei auch als Möglichkeit dienen neue Solidaritäten zwischen unterschiedlichen Akteuren im Quartier zu schaffen, da co-creative Entscheidungen solidarisch erarbeitet, getroffen und in der Konsequenz zusammengetragen werden.
In den vergangenen zwei Jahren wurden in den sechs SUNRISE Partnerstädten (Bremen, Budapest, Jerusalem, Malmö, Southend-on-Sea, Thessaloniki) co-creative Prozesse initiiert um Problemlagen der Mobilität in den Quartieren und darauf aufbauend Lösungsvorschläge zu erarbeitet, die bis 2021 zur Umsetzung gelangen. Angepasst an den jeweiligen lokalen Kontext entwickelten sich dabei sehr unterschiedliche Prozesse mit unterschiedlichen Kollaborationen. Um nur zwei Beispiele zu nennen: In Jerusalem erfolgte eine starke Einbindung von Schulen und des Quartierszentrums als Multiplikatoren mit dem expliziten Ziel, Gemeinschaft und Solidarität im Quartier zu stärken und zur Selbstorganisation zu befähigen. Budapest setzte vermehrt auf das Organisieren von Touren durch das Quartier, geführt von sehbehinderten oder mobilitätseingeschränkten Personen mit dem Ziel, deren Ansprüche an die tägliche Fortbewegung prominenter in den Lösungsvorschlägen abbilden zu können.
Zur Halbzeit des Projekts lässt sich eine erste Zwischenbilanz über die co-creativen Prozesse und die sich aus ihnen entwickelnden Solidaritäten bzw. über Solidaritäten die co-creative Prozesse fördern, ziehen. Dieser Beitrag fokussiert vor allem auf folgende Fragestellungen: Was ist unter Co-creation zu verstehen? Wie wird Co-creation im Quartier umgesetzt? Welche AkteurInnen partizipieren an co-creativen Prozessen und welche (neuen) Formen des Zusammenhaltes bzw. der Solidarität auf Quartiersebene können sich aus Co-creation ergeben oder sind für co-creative Prozesse relevant


Electronic version of the publication:
https://publik.tuwien.ac.at/files/publik_286576.pdf


Created from the Publication Database of the Vienna University of Technology.