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Zeitschriftenartikel:

A. Soteropoulos et al.:
"Elektromobilität auf zwei Rädern: Herausforderungen an die Verkehrssicherheitsarbeit";
Straßenverkehrstechnik, 9 (2020).



Kurzfassung deutsch:
Elektrobetriebene Fahrzeuge auf zwei Rädern, allen voran Pedelecs und seit Kurzem insbesondere auch E-Scooter, sind zunehmend im Straßenraum anzutreffen. Pedelecs und E-Scooter müssen laut österreichischer Rechtsordnung Radfahranlagen benützen, wenn diese vorhanden sind. Es ist aber zu erwarten, dass diese beiden Fortbewegungsmittel aufgrund des elektrischen Antriebs im Vergleich zu herkömmlichen Fahrrädern Unterschiede im Fahrverhalten - insbesondere bei den gefahrenen Geschwindigkeiten und den damit zusammenhängenden Anhaltewegen - aufweisen, was mit teilweise gesteigerten Anforderungen an die Straßenraumgestaltung und die Radverkehrsinfrastruktur einhergeht. Im Rahmen der gegenständlichen Analyse wurden daher mittels Beobachtungen die Unterschiede im Fahrverhalten von Pedelecs und E-Scootern im Vergleich zu herkömmlichen Fahrrädern ohne elektrischen Antrieb untersucht. Zudem wurden Bremstests mit verschiedenen E-Scooter-Modellen sowie eine Befragung von E-Scooter-NutzerInnen und E-Scooter-Nicht-NutzerInnen (z. B. hinsichtlich der Abstellorte von E-Scootern) durchgeführt. Anhand der Ergebnisse werden die durch die vermehrte Nutzung von Pedelecs und E-Scootern auftretenden Herausforderungen in Bezug auf die Infrastrukturgestaltung aufgezeigt und Maßnahmen hinsichtlich deren Gestaltung zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für alle Nutzergruppen abgeleitet. So zeigt sich die Notwendigkeit von breiteren Radfahranlagen und größeren Sichtweiten an Kreuzungen und Querungsstellen aufgrund der höheren Geschwindigkeiten, die mit E-Zweirädern erzielt werden können. Die Kennzeichnung von eigenen Aufstellflächen für E-Scooter trägt dazu bei, dass E-Scooter keine Stolperfallen sind. In Bezug auf E-Scooter-Bremsen sind die gesetzliche Einführung einer Mindestbremsverzögerung und die Vorschreibung zweier Bremsen wichtig, um zu gewährleisten, dass die E-Scooter-Anhaltewege für die gegebene Infrastruktur ausreichend kurz sind.

Kurzfassung englisch:
E-powered vehicles on two wheels, in particular pedelecs and, more recently also e-scooters, are now increasingly common on the streets. According to the Austrian legal system, pedelecs and e-scooters are only allowed to be used on bicycle facilities as long as these are available. However, it is to be expected that these two means of ransport will lead to differences in the driving behaviour compared to regular bicycles - especially with regard to the driving speeds and the related stopping distances - because of the electric drive, which is partly associated with increased requirements on the design of street spaces and bicycle infrastructure. The present study therefore investigates the differences in the driving behaviour of pedelecs and e-scooters compared to regular bicycles by observing the driving behaviour of pedelec and e-scooter users. In addition, braking tests with various e-scooter models were also carried out, as well as a survey among e-scooter users and non-users (e. g. regarding the parking spots of e-scooters). Based on the results, the challenges arising from the increased use of pedelecs and e-scooters with regard to infrastructure design are shown and measures with regard to their design are derived to increase road safety for all user groups. This shows the need for wider cycling systems and wider visibility at intersections and crossing points due to the higher speeds that can be achieved with electric twowheelers. The marking of own installation surfaces for e-scooters contributes to the fact that e-scooters are not stumbling blocks. With regard to e-scooter brakes, the legal introduction of a minimum braking delay and the requirement for two brakes are important to ensure that the e-scooter stopping distances are sufficiently short for the existing infrastructure.

Erstellt aus der Publikationsdatenbank der Technischen Universitšt Wien.