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Buchbeiträge:

R. Kalasek, F. Pühringer:
"Iteratives Blended Learning und automatisierte Bewertung in GIS. Grundlagen zur Entwicklung eigenständiger Lösungskompetenz";
in: "Prinzipien, Strukturen und Praktiken geographischer Hochschullehre", 5668; J. Wintzer, I. Mossig, A. Hof (Hrg.); Haupt, Bern, 2021, ISBN: 978-3-8252-5668-5, S. 307 - 316.



Kurzfassung deutsch:
Im Studienplan Raumplanung & Raumordnung der TU Wien bildet die Einführung in den Bereich der Geoinformationssysteme (GIS) seit vielen Jahren einen methodischen Schwerpunkt. Die erworbenen Kenntnisse in räumlicher Analyse sowie kartographischer Visualisierung befähigen die Absolventinnen und Absolventen, eine Vielzahl raumanalytischer Aufgaben aus einem breiten Spektrum an Anwendungsfeldern zu bearbeiten. Diese Fähigkeiten stellen in der Berufswelt eine Kernkompetenz dar, insbesondere vor dem Hintergrund der in den vergangenen Jahren zunehmenden Bedeutung von Geodaten bzw. räumlicher Information allgemein sowie Karten als Kommunikationsmedium.
Die Vermittlung dieser Fähigkeiten basiert seit den Anfängen der GIS-Lehre vor etwa 25 Jahren auf der Kombination von Theorie und Praxis durch Einsatz professioneller GIS-Software mit Schwerpunkt auf praktischen Übungen. Sowohl die seither stark gestiegenen Studierendenzahlen und damit verbundene Betreuungsengpässe, Herausforderungen bei der Bewertung der Abgaben aber auch neue technische Möglichkeiten waren Auslöser für eine grundlegende Überarbeitung des didaktischen Konzeptes.
Ergebnis dieses Reformprozesses ist ein anwendungs- und praxisorientiertes Blended-Learning-Konzept, das interaktive Online-Angebote und persönliche Betreuung kombiniert. Kern der Überarbeitung sind zusätzliche didaktische Elemente wie Q&A- und Feedbacksessions, die zur Unterstützung des Lernprozesses und zur Vertiefung der erlernten Methoden während des Semesters in einem iterativen Prozess mehrfach durchlaufen werden. Der Lehrfokus liegt auf der Entwicklung eigenständiger Lösungskompetenz aufbauend auf gezielten Unterstützungsangeboten. Die Studierenden erhalten mehrmals zielgerichtetes und vielseitiges Feedback, unter anderem durch den Einsatz interaktiver Classroom-Response-Tools.
Als technisches Gegenstück dazu wurde eine fast durchgängige Automatisierung des Bewertungsprozesses der Übungsaufgaben realisiert. Vor dieser Überarbeitung konnten quantitative Analyseergebnisse aufgrund knapper zeitlicher und fehlender technischer Ressourcen ausschließlich anhand visueller Kriterien beurteilt werden. Hinsichtlich des analytisch-methodischen Schwerpunkts der Lehrveranstaltung stellte dies über viele Jahre ein Defizit dar.
Das gegenüber steigenden Studierendenzahlen resiliente Lehrveranstaltungskonzept ermöglicht den Lehrenden, durch zeitliche Ressourcenschonung bei der Auswertung, mehr Fokus auf persönliche Interaktion und individuelle Betreuung der Studierenden während des Lernprozesses zu legen.

Schlagworte:
Blended Learning, GIS, Lehre, Ausbildung, Curriculum

Erstellt aus der Publikationsdatenbank der Technischen Universitšt Wien.